Wenn Worte plötzlich riskant werden
Liebe Leserin, lieber Leser
Heute erhältst Du einen ausserplanmässigen Newsletter. Denn morgen, Freitag-Abend, findet ein ganz spezieller Online-Anlass zum Thema Frieden statt, zu welchem Du herzlich eingeladen bist. (Alle Angaben weiter unten in dieser Email).
Des weiteren möchte ich Dir von meiner Rede im deutschen Bundestag berichten. Diese Rede eignet sich sehr gut, um sie weiter zu verbreiten; sei es per Email oder in den Sozialen Medien.
Im Kern habe ich ein Muster beschrieben, das wir derzeit in vielen westlichen Staaten beobachten können: Kritik an Regierungspolitik wird immer seltener politisch beantwortet, also durch Argumente und Debatte, sondern zunehmend juristisch behandelt. Das verändert das gesamte Klima. Denn damit verschiebt sich die entscheidende Frage. Die Menschen fragen sich nicht mehr: Stimmt dieses Argument? Sondern: Darf ich dieses Argument überhaupt noch äussern? Und wenn dieser Punkt erreicht ist, hat sich in einer Demokratie bereits etwas Grundlegendes verändert. Deshalb ging es mir in der Rede letztlich um etwas sehr Einfaches: Freiheit beginnt dort, wo Menschen ihrer eigenen Urteilskraft wieder vertrauen und nicht irgendwelchen Narrativen, oder nennen wir sie gesteuerte Märchen, Glauben schenken. Wenn man sich Fälle wie Jacques Baud oder auch andere Kritiker anschaut, dann sieht man ein klares Muster: Es geht nicht mehr darum, Argumente zu prüfen, sondern darum, Abweichung zu sanktionieren. Menschen werden nicht widerlegt, sie werden unter Druck gesetzt: beruflich, finanziell, gesellschaftlich. Es geht nicht mehr um Wahrheit, sondern um Konformität. Und wenn Menschen dafür sanktioniert werden, dass sie eine abweichende Meinung vertreten, dann ist das ein sehr kranker Zustand einer Gesellschaft. Das ist ein Klima der Einschüchterung und ein Muster, das man aus totalitären Systemen kennt. Das hat mit offener Debatte nichts mehr zu tun. Es ist ein Umgang, der darauf abzielt, abweichende Stimmen aus dem Raum zu drängen. Und wenn man ehrlich ist: Das ist kein Zeichen von Stärke, sondern von Angst. Die Herrscherklasse hat Angst. Punkt.
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