Epstein Files – Teil 3:
Zensur, Kontrolle & Narrative
The Switchboard: Von Epstein zu Mandelson zu McSweeney zu Ahmed
Wie eine britische Machtmaschine zum Zensurapparat der USA wurde
Wie die Epstein Files die Architektur hinter Zensur, Krisenfinanzierung und den Folgen meiner Recherchen offenlegen – Teil 3 einer Serie
(Dies ist Teil 3 der Epstein-Files-Untersuchungsserie. Er baut direkt auf Teil 1 und Teil 2 auf.)
Sayer Ji
Peter Mandelson, der «Prince of Darkness», handverlesener Botschafter von Keir Starmer in Washington, die mächtigste nicht gewählte Figur der britischen Politik, ist diese Woche aus dem Parlament zurückgetreten, einen Schritt bevor ein Gesetz zu seinem Ausschluss verabschiedet worden wäre. Die Metropolitan Police hat eine strafrechtliche Untersuchung eröffnet. Der Premierminister entschuldigte sich öffentlich bei den Opfern von Jeffrey Epstein dafür, Mandelsons Lügen geglaubt zu haben.
Die Presse behandelt das als Geschichte über den Sturz eines Politikers. Das ist sie nicht. Es ist eine Geschichte darüber, womit er verbunden war und darüber, was gezielt aufgebaut wurde, damit Sie davon nie erfahren.
Zentrale Erkenntnisse
- Die Zensurmaschine, die während COVID gezielt gegen amerikanische Meinungsäusserung eingesetzt wurde, entstand innerhalb einer parteiinternen Labour-Fraktionsoperation. Morgan McSweeney und Imran Ahmed gründeten das Center for Countering Digital Hate (CCDH) aus demselben Büro, mit denselben Mitarbeitern und derselben Dark-Money-Infrastruktur, mit der zuvor Jeremy Corbyn politisch zerstört worden war. Anschliessend wurde exakt dieses Drehbuch gegen US-amerikanische Gesundheitsverlage und unabhängige Medien eingesetzt.
- Der Gründer und politische Förderer von CCDH ist ein Zögling von Peter Mandelson, der parallel dazu klassifizierte britische und amerikanische Regierungsinformationen an Jeffrey Epstein weiterleitete. Mandelson übermittelte Epstein Treasury-Zusammenfassungen zur Volcker-Regel, zu Dodd-Frank und zur Derivateregulierung innerhalb von Minuten nach deren Eingang, Informationen im Milliardenwert für Epsteins Wall-Street-Kunden. Dieselbe Kultur der leugnungsfähigen Hinterzimmerpolitik, die das Epstein-Netzwerk funktionsfähig machte, brachte auch CCDH hervor.
- Epsteins Netzwerk war nicht nur kriminell, es war architektonisch. Project Molecule, ein 150-Millionen-Dollar-Blueprint von JPMorgan, der im selben Monat entstand, in dem Epstein einen privaten globalen Gesundheitsfonds skizzierte, legt die institutionelle Maschinerie offen: Offshore-Impfstofffonds, souveräne biologische Überwachungsprogramme und Governance-Strukturen, die bewusst darauf ausgelegt waren, gewählte Kontrolle vollständig zu umgehen.
- Die Durchsetzungsebene ist keine Theorie, sie wurde bereits gegen namentlich bekannte Personen eingesetzt. Die CCDH-Liste der «Disinformation Dozen» führte direkt zu Deplatforming-Massnahmen. In mindestens einem dokumentierten Fall wurde von CCDH stammendes Material in ausländische Gerichtsverfahren eingebracht, um einen Ex-parte-Haftbefehl gegen einen in den USA ansässigen Journalisten wegen rechtmässiger amerikanischer Meinungsäusserung zu erwirken, grenzüberschreitende Durchsetzung ohne rechtsstaatliches Verfahren, ohne Auslieferungsabkommen und ohne parlamentarische Kontrolle.
- Dasselbe Netzwerk ist inzwischen auch in direkte Wahlbeeinflussung verstrickt. McSweeney, Mandelsons Zögling, politischer Architekt von CCDH und heute Starmers Stabschef, wurde in einer formellen FEC-Beschwerde genannt, weil er rund 100 Labour-Aktivisten in US-Swing-States während der Präsidentschaftswahl 2024 eingesetzt haben soll. Die Zensur-Pipeline und die Pipeline zur Wahlbeeinflussung teilen sich dasselbe Personal, dieselbe Infrastruktur und dieselbe Grundannahme: dass britische politische Operateure amerikanische politische Ergebnisse formen können, ohne Rechenschaftspflicht.
Es gibt Momente, in denen sich investigative Arbeit nicht mehr wie Entdeckung anfühlt, sondern wie Bestätigung.
Genau an diesem Punkt sind wir jetzt.
Während weiterhin Epstein-Dokumente auftauchen, E-Mails, Kalender, Vermittler, finanzielle Arrangements, kreist die öffentliche Debatte immer wieder um dieselbe Frage: Wer wusste was? Wer nahm an Dinners teil? Wer flog wohin? Wer schrieb Briefe?
Diese Frage ist emotional nachvollziehbar. Strukturell reicht sie jedoch nicht aus.
Die aufschlussreichere Frage lautet:
Welche Rolle spielte Epstein innerhalb eines Systems, das offensichtlich weit über ihn hinausging, und warum tauchen dieselben politischen, finanziellen und narrativ steuernden Akteure immer wieder in seinem Orbit auf?
Wenn man die Epstein-Enthüllungen neben die Landkarte legt, die ich seit Jahren veröffentliche, zu Morgan McSweeney, zum Center for Countering Digital Hate (CCDH), zu transatlantischen Zensurkampagnen und zur Instrumentalisierung des Begriffs «Desinformation», wird die Antwort beunruhigend klar.
Epstein war nicht bloss eine kriminelle Anomalie. Er war ein Schaltpult, ein Weiterleitungsmechanismus für Verbindungen, die niemals formalisiert werden konnten.
Ich weiss das, weil die Durchsetzungsebene mich persönlich erreicht hat, in Form ausländischer Gerichtsverfahren, eines Ex-parte-Haftantrags und der Instrumentalisierung meiner verfassungsrechtlich geschützten Meinungsäusserung in einem Gerichtssaal, zu dem ich nie eingeladen wurde.
Dieser Artikel verfolgt drei zusammenlaufende Linien. Die erste ist eine politische Operation: wie eine Labour-Parteifraktion eine Zensurmaschine in einem Raum über einem Pub in Brixton aufbaute und sie anschliessend gegen amerikanische Meinungsäusserung einsetzte. Die zweite ist eine Geheimdienst-Pipeline: wie Peter Mandelson klassifizierte britische und amerikanische Regierungspolitik in Echtzeit an Jeffrey Epstein weiterleitete, während Epstein gleichzeitig mit JPMorgan private globale Gesundheits-Governance entwarf. Die dritte ist ein Durchsetzungsfall: was geschah, als ich diese Verbindungen untersuchte und der Apparat seine Maschinerie gegen mich persönlich in Gang setzte.
Zusammen legen sie eine einzige Architektur offen, die über Jahrzehnte, über Grenzen und über Bereiche hinweg operierte, und die niemals sichtbar werden sollte.
Doch bevor ich erzähle, was mir passiert ist, muss ich zeigen, wo diese Maschine gebaut wurde und was sie schützen sollte.
Raum 216: Wo die Maschine gebaut wurde
Die Zensurmaschine, die während COVID amerikanische Stimmen zum Schweigen brachte, wurde in einem Raum über einem Pub in Brixton gebaut.
Um zu verstehen, wie die verfassungsrechtlich geschützte Meinungsäusserung eines amerikanischen Journalisten in einem ausländischen Haftantrag zitiert werden konnte, muss man zu einem Hot-Desking-Büro in Süd-London zurückgehen.
Raum 216. China Works. Brixton.
Dort leitete Morgan McSweeney, heute Stabschef von Sir Keir Starmer und laut dem Journalisten Andrew Marr ein Mann in einer Position «von beispielloser Macht in der Geschichte der Labour Party», die Operation, die später die politische Zensur auf beiden Seiten des Atlantiks neu gestalten sollte.
McSweeneys Ursprungsgeschichte ist nicht unbekannt. Sie ist inzwischen umfassend dokumentiert, vor allem durch die investigative Arbeit von Paul Holden in The Fraud: Keir Starmer, Morgan McSweeney, and the Crisis of British Democracy, einer 544 Seiten starken Untersuchung, die auf einem umfangreichen Leak interner Labour-Partei-Dokumente basiert, sowie durch frühere Recherchen von Matt Taibbi, Paul Thacker und The Canary unter anderen. Die Dokumentarfilmreihe The Labour Files von Al Jazeera brachte zusätzlich internes Material an die Öffentlichkeit.
Diese Unterlagen zeigen Folgendes:
Nach dem überraschend starken Abschneiden von Jeremy Corbyn bei den Parlamentswahlen 2017, bei denen Labour die konservative Mehrheit zerstörte, sah McSweeney darin keine Chance, sondern eine Bedrohung. Wie Holden dokumentiert, übernahm McSweeney, ein selbsternannter «Zentrist» und langjähriger Zögling von Peter Mandelson, die Kontrolle über eine kleine Druckgruppe namens Labour Together und verwandelte sie von einem nominellen Einheitsprojekt in das, was Holden als «eine geheime Kaballe mit dem Ziel beschreibt, Corbyn und den Corbynismus zu stürzen».
Nur drei Personen ausser McSweeney durften in Raum 216 arbeiten. Zwei davon waren Junior-Mitarbeiter. Die dritte war Imran Ahmed, ein fraktioneller Spin-Doktor, der zuvor als Kommunikationschef von Angela Eagle während ihrer gescheiterten Führungsherausforderung gegen Corbyn im Jahr 2016 tätig gewesen war und der nachweislich daran beteiligt war, kontroverse Mediengeschichten zu lancieren und zu verstärken, die die Labour-Linke als Brutstätte von Hass, Mobbing und Missbrauch darstellten.
Gemeinsam starteten McSweeney und Ahmed eine zweigleisige Strategie. Erstens wollten sie die sogenannte «Antisemitismuskrise», die Corbyns Führung belastete, verdeckt anheizen. Eine Krise, an deren Eskalation Labour Together, wie Holden anhand interner Parteidokumente zeigt, selbst massgeblich beteiligt war. Zweitens bauten sie einen Apparat auf, um das unabhängige Medienökosystem, das die Labour-Linke unterstützte, zu dämonetisieren und wirtschaftlich zu zerstören.
(Für eine detaillierte Darstellung, wie Holden und andere diese Operationen erstmals offenlegten, siehe: The Secret Architect: How Keir Starmer’s Chief of Staff Quietly Built the Censorship Machine.)
Die Antisemitismus-Waffe erwies sich als verheerend wirksam. Ab Januar oder Februar 2018 traten McSweeney und Ahmed Corbyn-nahen Facebook-Gruppen bei, eine Abfolge, die in Paul Holdens The Fraud detailliert dokumentiert und durch die Dokumentarfilmreihe The Labour Files von Al Jazeera bestätigt wurde, und durchkämmten diese systematisch nach Beiträgen, die sie als «Hass» charakterisieren konnten. McSweeney nutzte Gelder von Labour Together, um YouGov mit Umfragen unter zwei der grössten Gruppen zu beauftragen und so ein Bild der demografischen Struktur und der Überzeugungen ihrer Mitglieder zu erstellen. Anschliessend speisten er und Ahmed die daraus konstruierten Narrative gezielt an wohlgesinnte Journalisten und bauten Fall um Fall auf, um Corbyns Labour als institutionell antisemitisch darzustellen.
Wie Holden festhält, führte die besondere Natur der Antisemitismusvorwürfe dazu, dass «jeder Versuch, das Ausmass der ‹Krise› zu hinterfragen, als ‹Leugnung› gebrandmarkt und selbst als antisemitisch etikettiert wurde». Es entstand eine nicht falsifizierbare Rückkopplungsschleife. Der Vorwurf war der Beweis. Das Bestreiten galt als Bestätigung. Und die Personen, die diese gesamte Operation steuerten, blieben hinter der Fassade besorgten Aktivismus verborgen.
Dies war kein Nebenprojekt. Es war, wie Holdens Untertitel nahelegt, ein Betrug, durchgeführt mit Geldern, die Labour Together rechtswidrig nicht bei der Wahlkommission deklariert hatte.
Und das unternehmerische Vehikel für die nächste Phase dieser Operation war bereits in Vorbereitung.
Brixton Endeavours: Die Hülle, aus der die Maschine wurde
Am 19. Oktober 2018 wurde bei Companies House eine Gesellschaft unter dem Namen Brixton Endeavours Limited eingetragen. Ihr einziger Direktor war Morgan McSweeney. Ihre Adresse war identisch mit jener von Labour Together.
Brixton Endeavours wurde im September 2019 in Center for Countering Digital Hate umbenannt.
Parallel dazu wurde Anfang 2019 eine Organisation mit dem Namen Stop Funding Fake News (SFFN) gegründet. SFFN präsentierte sich öffentlich als anonyme Graswurzelkampagne besorgter Bürger, inspiriert, so die eigene Darstellung, von einem ähnlichen amerikanischen Projekt namens Sleeping Giants. In Wirklichkeit handelte es sich um eine Astroturfing-Operation, die von McSweeney und Ahmed aus demselben Büro in Süd-London heraus aufgebaut und gesteuert wurde. Ahmed räumte später auf Twitter ein, er sei der «gründende CEO» sowohl von CCDH als auch von SFFN gewesen. Historische Daten zur Registrierung von Websites bestätigten zudem, dass SFFN unter Ahmeds persönlicher E-Mail-Adresse registriert war.
Die Methode von SFFN war ebenso einfach wie brutal. Zunächst wurde eine Zielwebsite identifiziert. Anschliessend machte man Screenshots von Unternehmenswerbung, die neben Inhalten erschien, die SFFN als beanstandungswürdig einstufte. Diese Screenshots wurden dann genutzt, um die Social-Media-Kanäle der betreffenden Unternehmen zu bombardieren, unterstützt durch prominente Fürsprecher, mit der Forderung, die Werbung zurückzuziehen. Wie Ahmed selbst auf einer Konferenz des US-Aussenministeriums zum Thema Antisemitismus im Oktober 2020 prahlte, nutzte diese Strategie gezielt die Tatsache aus, dass unabhängige Nachrichtenwebsites teuer im Betrieb sind. Wenn man ihre Werbeeinnahmen eliminiere, könne man «innerhalb weniger Monate die wirtschaftliche Basis einer Website vollständig zerstören».
Diese Taktik wurde zunächst gegen britische linke Medien wie The Canary verfeinert, und zwar mit einer Präzision, die so weit ging, dass Rachel Riley, die prominente Schirmherrin von CCDH, öffentlich feierte, The Canary sei dank des Lobbyings von SFFN «auf den letzten Beinen».
McSweeney blieb bis April 2020 als Direktor von CCDH eingetragen und gab diese Rolle erst auf, nachdem Starmer die Wahl zum Labour-Parteivorsitz gewonnen hatte, also genau jenes Ergebnis, auf das die gesamte Operation hingearbeitet hatte. Als diese Verbindung später durch Matt Taibbi und Paul Thacker offengelegt wurde, behauptete Ahmed, McSweeney habe ihm lediglich «eine Mantelgesellschaft geschenkt». Wie Holden jedoch anmerkt, ist die Vorstellung, McSweeney habe in einer Organisation, deren alleiniger Direktor er über mehr als ein Jahr hinweg war, keine operative Rolle gespielt, zumindest bemerkenswert.
(Für eine detaillierte Dokumentation dieser Verbindungen siehe: Morgan McSweeney: The British Political Operative Behind CCDH & America’s “Disinformation” Wars.)
Morgan McSweeney: The British Political Operative Behind ‘Digital Hate’ Group CCDH & America’s “Disinformation” Wars
Sayer Ji, 11. November 2025
Wie Holden urteilt, gestützt durch die internen Dokumente, «scheint es keinerlei wirkliche Unterscheidung zwischen SFFN, CCDH und dem Projekt Labour Together selbst zu geben».
Die Maschine war gebaut worden, um Jeremy Corbyn und die unabhängigen Medien zu zerstören, die ihn unterstützten. Corbyn wurde zerstört. Die Maschine wurde nicht abgeschaltet.
Sie wurde neu verpackt.
Gleiches Drehbuch, neue Ziele
Hier liegt die Wendung, die einen britischen Labour-Partei-Skandal in eine amerikanische verfassungsrechtliche Krise verwandelt.
Dieselbe organisatorische Infrastruktur. Dasselbe Drehbuch zur Demonetarisierung. Dieselbe Abstützung auf nicht widerlegbare moralische Anschuldigungen, Anschuldigungen, bei denen das Bestreiten als Bestätigung gilt. Dieselbe Ausnutzung institutionellen Vertrauens. Dieselbe intransparente Finanzierung.
Nur die Ziele änderten sich.
Wo SFFN einst linke britische Medien wie The Canary und Aaron Banks’ Westmonster ins Visier genommen hatte, richtete CCDH nun seine Aufmerksamkeit auf amerikanische Bürger, auf Verfechter von Gesundheitsfreiheit, unabhängige Journalisten und öffentliche Kommentatoren, die die COVID-Politik infrage stellten.
Das Rebranding verlief nahtlos. Was zuvor «Antisemitismus» als unhinterfragbarer moralischer Rahmen gewesen war, wurde nun «Desinformation» als unhinterfragbarer moralischer Rahmen. Die strukturelle Logik blieb identisch. Der Vorwurf war der Beweis. Das Bestreiten galt als Bestätigung. Und die Akteure hinter der Operation blieben verborgen.
Im März 2021 veröffentlichte CCDH den Bericht «Disinformation Dozen», in dem zwölf Personen, mich eingeschlossen, als verantwortlich für den Grossteil der angeblichen «impfkritischen Desinformation» in sozialen Medien benannt wurden. Der Bericht war methodisch dünn. Facebooks eigene interne Analyse sollte seine zentrale Behauptung später widerlegen. Doch Präzision war nie der Zweck.
Der entscheidende Punkt war die Erlaubnis.
Der Bericht «Disinformation Dozen» funktionierte exakt so, wie McSweeney und Ahmeds Antisemitismusgeschichten im Jahr 2018 funktioniert hatten. Er schuf eine wiederverwendbare Klassifikation, die problemlos zwischen Plattformen und institutionellen Kontexten migrieren konnte und dabei ein Gewicht erlangte, das sie nie hätte tragen dürfen, ohne unabhängige Überprüfung, ohne Kontextualisierung oder Widerspruch und ohne die Möglichkeit für die klassifizierten Personen, sich zu verteidigen.
Innerhalb weniger Monate wurde dieses Label vom Weissen Haus zitiert. Soziale Medien beschleunigten Deplatforming-Massnahmen. Werbeeinnahmen brachen weg. Und die namentlich genannten Personen, amerikanische Bürger, die ihre durch den ersten Verfassungszusatz geschützten Rechte auf amerikanischen Plattformen ausübten und sich physisch in den Vereinigten Staaten befanden, sahen sich plötzlich einer ausländischen Zielkampagne ausgesetzt, deren institutionelle Herkunft direkt auf Raum 216 zurückführte.
Doch die Operation ging weit über einen einzelnen Bericht hinaus.
Wie ich in meiner früheren Untersuchung dokumentiert habe, Exposé: Global Elite Target GreenMedInfo/Health Sites via Institute for Strategic Dialogue, CCDH, NewsGuard, Big Tech, agierte CCDH nicht allein. Es operierte innerhalb einer Koalition, zu der auch das Institute for Strategic Dialogue (ISD) gehörte, ein in Grossbritannien ansässiger Thinktank, finanziert von der Bill and Melinda Gates Foundation, den Open Society Foundations und dem Omidyar Network, mit ursprünglichen Vorstandsmitgliedern darunter ein ehemaliger Direktor von N M Rothschild & Sons sowie ein ehemaliger Chief of the Defence Staff.
SD unterstützte CCDH bereits 2019 öffentlich, noch bevor der Bericht «Disinformation Dozen» überhaupt existierte. Im Mai 2020 veröffentlichte ISD in Zusammenarbeit mit der BBC einen Bericht, in dem GreenMedInfo.com auf einer Liste von «Desinformation verbreitenden Websites» geführt wurde, eine Liste, die von NewsGuard bereitgestellt worden war. NewsGuard hatte zuvor einen Vertrag über 25’000 US-Dollar mit dem Pentagon und dem US-Aussenministerium zur Erkennung von «COVID-19-Desinformation» erhalten und sollte später einen weiteren Auftrag über 750’000 US-Dollar vom Verteidigungsministerium bekommen.
Der ISD-Bericht stufte die Diskussion von Themen wie der Rolle von Bill Gates oder George Soros in der Pandemiepolitik oder den finanziellen Interessen von Pharmaunternehmen als «rechtsextremen Extremismus» ein, obwohl zu den Geldgebern von ISD ausgerechnet jene Personen gehörten, deren Rollen diskutiert wurden.
Die operative Wirkung war konkret. Eine schwarze Liste mit 34 Websites wurde an programmatische Werbenetzwerke verteilt und kappte die Einnahmen der betroffenen Publikationen um bis zu 90 Prozent, unabhängig davon, ob die Inhalte auf diesen Seiten sachlich korrekt waren.
Die geheimdienstnahe Rahmung war bewusst gewählt. Die Arbeiten von ISD zu sogenannten «Countering Narratives» wurden auf der offiziellen Website des US-Heimatschutzministeriums veröffentlicht. In diesen Berichten wurde die öffentliche Debatte über Gesundheit als eine Form von Extremismus behandelt, die denselben Gegen-Narrativ-Techniken bedürfe, die ursprünglich zur Bekämpfung von Radikalisierung und Terrorismus entwickelt worden waren.
(Für einen vertieften Kontext zur hier wirksamen, NATO-nahen Doktrin der Informationskriegsführung siehe: Black Ops Go Digital: How NATO Operatives Deploy Military Grade PsyOps to Transform Private Citizens into Public Enemies.)
Und CCDH, ausgebrütet in einem Hinterzimmer der Labour Party, um einen innerparteilichen Machtkampf zu gewinnen, trug diese institutionelle Glaubwürdigkeit nun direkt ins Zentrum der amerikanischen Technologiepolitik.
Am erschreckendsten ist dabei vielleicht die Aussage von Whistleblowern, die der investigative Journalist Kris Ruby dokumentierte. Demnach gehörte CCDH zu den externen Organisationen, die Zensur-Wortlisten direkt an das Data-Science-Team von Twitter lieferten. Diese Listen wurden in KI-gestützte Algorithmen eingespeist, um Nutzer in grossem Massstab zu identifizieren, an ihnen zu experimentieren, sie gezielt anzusteuern und zu unterdrücken. Auf die Frage, welche externen Gruppen Input geliefert hätten, antwortete ein ehemaliger Twitter-Datenwissenschaftler: «CDC. Akademische Forscher. Center for Countering Digital Hate. FBI. Strafverfolgungsbehörden.»
Eine politische Waffe, die in Brixton gebaut worden war, um einen Labour-Vorsitzenden zu zerstören, war nun in die algorithmische Infrastruktur eingebettet, die bestimmte, was Hunderte Millionen Amerikaner sehen, sagen und teilen durften.
An diesem Punkt wechselt die Untersuchung die Ebene. Aus innerstaatlicher politischer Kriegsführung wird internationale Geheimdienstweiterleitung. Denn der Mann, der McSweeney mentoriert hatte und die operative Kultur prägte, aus der CCDH hervorging, war nicht einfach ein politischer Strippenzieher. Er operierte innerhalb des Epstein-Netzwerks.
Mandelson: Warum die Maschine Schutz hatte
Die Frage, die sich durch all dies zog, war nicht, wie die Operation funktionierte. Das wurde zunehmend sichtbar. Die Frage war, warum sie eine derart aussergewöhnliche Immunität genoss.
Warum konnte eine ausländische, intransparent finanzierte Organisation innerhalb des amerikanischen Informationsökosystems agieren, ohne ernsthafte Überprüfung zu erfahren? Warum konnte sie die Kommunikation des Weissen Hauses beeinflussen? Warum überstand sie öffentliche Widerlegungen und Untersuchungen des Kongresses? Warum eskalierte sie, statt sich zu korrigieren?
Die Antwort liegt in derselben Herkunftslinie, die die Operation selbst hervorgebracht hat.
McSweeney gilt weithin als Zögling von Peter Mandelson. Er arbeitete für Mandelson im Labour-Wahlkampf 2001 und orientierte sich an demselben Machttypus: hinterzimmerlich, abstreitbar, rücksichtslos, abgeschirmt. Mandelson, in politischen Kreisen weithin bekannt als «Prince of Darkness» wegen seines machiavellistischen Machtverständnisses, ist der Mann, dessen operative DNA sich durch jeden Knoten dieses Systems zieht. Wie Holden dokumentiert, wurde McSweeney wiederholt als «Mini-Mandelson» bezeichnet. Mehrere Berichte weisen darauf hin, dass McSweeney «absolut zentral» für Mandelsons Ernennung zum Botschafter in Washington war und ihn während des darauf folgenden Skandals verteidigte.
Jahrelang galten Mandelsons Verbindungen zu Epstein als peinliche Episode, als persönlicher Makel in einer ansonsten angeblich unzusammenhängenden Karriere. Das gängige Framing lautete: schlechtes Urteilsvermögen, bedauerliche Bekanntschaft, nichts Strukturelles.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels ist dieses Framing nicht mehr haltbar. Denn die jüngste Veröffentlichung des US-Justizministeriums, mehr als drei Millionen Seiten, freigegeben am 31. Januar 2026, hat es vollständig zerstört.
Die Akten zeigen, dass Mandelson, als «Petey» bezeichnet und von ihm selbst in einer handschriftlichen Geburtstagskarte als «bester Freund» Epsteins beschrieben, nicht lediglich eine soziale Beziehung pflegte. Er fungierte als aktiver Knoten im Schaltpult, leitete Regierungsinformationen an einen verurteilten Sexualstraftäter weiter, der gleichzeitig mit JPMorgan finanzielle Architekturen aushandelte.
Wie zentral war Mandelson für Epsteins Operation? Im Juni 2009 schrieb Epstein an Ghislaine Maxwell, «little Petey is, for all intents and purposes, practically the acting deputy prime minister». („Der kleine Petey ist praktisch in jeder Hinsicht der amtierende stellvertretende Premierminister.“) Nicht ein Bekannter. Nicht ein Kontakt. Der faktische stellvertretende Premierminister, so beschrieben von dem Mann, der das Schaltpult bediente, gegenüber der Frau, die beim Betrieb seines Menschenhandelsnetzwerks half. Wie die Analystin Susan Kokinda von Promethean Action dokumentiert hat, ging es in der eigentlichen Geschichte nie primär um Sex und Erpressung. «Epstein war der Fixer. Mandelson war der Mann im Innern.»
Die Details, inzwischen Teil der öffentlichen Akten:
Im Dezember 2009, während seiner Amtszeit als Wirtschaftsminister in der Regierung von Gordon Brown, teilte Mandelson Epstein mit, er werde sich für eine Senkung der Steuer auf Bankerboni einsetzen und riet, JPMorgan-CEO Jamie Dimon solle den Schatzkanzler Alistair Darling direkt anrufen, um Druck auszuüben. Als Epstein fragte, wie Dimon das Gespräch aufziehen solle, lautete Mandelsons Antwort zwei Wörter: «Yes and mildly threaten». Ein amtierender britischer Kabinettsminister, der einen verurteilten Sexualstraftäter darin unterweist, wie der CEO von JPMorgan den Schatzkanzler unter Druck setzen soll. Dieselbe Bank JPMorgan, die in genau diesem Zeitraum Project Molecule entwickelte, den 14 Seiten umfassenden Bauplan für private biologische Governance, mit Epstein als informellem Architekten. Die BBC berichtete später, Darling habe ein «schmerzhaftes und wütendes» Telefonat mit Dimon geführt. Das Schaltpult leitete Regierungspolitik in Echtzeit an die Wall Street weiter.
Im selben Jahr schickte Mandelson Epstein ein internes Regierungs-Memo, das für Premierminister Gordon Brown verfasst worden war. Das Dokument befürwortete Vermögensverkäufe in Höhe von 20 Milliarden Pfund zur Entlastung der britischen Staatsfinanzen nach der Finanzkrise und legte die steuerpolitischen Pläne der Labour-Regierung offen. Mandelsons Begleitnotiz lautete: «Interesting note that’s gone to the PM». Durchgestochene Regierungsstrategie, zugestellt an einen Mann, dessen Wall-Street-Kontakte dies, wie CNN schrieb, «wie Goldstaub» empfunden hätten.
Im Mai 2010 bezog sich ein weiterer Austausch zwischen den beiden auf das bevorstehende europäische Rettungspaket über 500 Milliarden Euro.Eine Nachricht lautete: „Quellen sagen mir, dass ein 500-Milliarden-Euro-Rettungspaket fast fertig ist“, Mandelson bestätigte: „Es wird heute Abend bekannt gegeben.“ Die Nachricht datierte Stunden vor der öffentlichen Bekanntgabe des Deals durch die europäischen Regierungen zur Stabilisierung der Einheitswährung. Mandelson hatte von 2004 bis 2008 als EU-Handelskommissar gedient, eine Position, die strikte Vertraulichkeit in Fragen der wirtschaftspolitischen Steuerung voraussetzt, was bedeutet, dass sein Zugang zu europäischen Entscheidungskreisen weit über seine Rolle im britischen Kabinett hinausging. Wie CNN analysierte, wären derartige marktsensible Informationen für Epsteins Wall-Street-Kontakte «wie Goldstaub», genau jene Kontakte, die gleichzeitig an der JPMorgan Gates Finanzarchitektur arbeiteten, die in meiner früheren Untersuchung dokumentiert wurde.
Im selben Monat informierte Mandelson Epstein vorab über den Rücktritt von Premierminister Gordon Brown. «the PM finally got him to go today», noch bevor die Öffentlichkeit davon erfuhr.
Die vielleicht aussergewöhnlichsten Belege, dokumentiert vom Steuerjuristen Dan Neidle anhand von E-Mails, die Channel 4 News zutage förderte, betreffen jedoch nicht nur britische, sondern auch amerikanische Geheimdienstinformationen, die über einen britischen Kabinettsminister weitergeleitet wurden.
Am 31. März 2010 sandte Mandelsons leitender Privatsekretär ihm eine Notiz über ein Treffen zwischen dem Schatzkanzler und Larry Summers, dem damaligen US-Finanzminister (EFTA_R1_01496514). Das Protokoll mit dem Titel «Summers/CX readout» enthielt detaillierte Informationen zur Volcker-Regel, zur Ausarbeitung von Dodd Frank, zur Derivateregulierung, zu Vorschlägen für systemische Abgaben, zur Konsumentenfinanzregulierung sowie zur Frage, wie die USA europäische Verbündete in die Finanzreform einbinden sollten. Es begann mit dem Satz: «CX was grateful for your intelligence ahead of the meeting». „CX war dankbar für Ihre Informationen im Vorfeld des Treffens.“
Mandelson leitete es fünf Minuten später an Jeffrey Epstein weiter.
Epstein antwortete mit konkreten Vorschlägen dazu, wie Hedgefonds künftig besteuert werden sollten, und mit detaillierten Fragen zur Ausgestaltung der neuen US-Regeln. Insbesondere wollte er wissen, ob im Gesetzestext das Wort «may» oder «shall» stehen würde. Ein Unterschied, der für die Wall Street Milliarden wert ist. Am nächsten Tag traf Mandelson Larry Summers persönlich. Sein Privatsekretär verschickte die Gesprächsnotiz um 13.22 Uhr. Innerhalb von zwei Minuten leitete Mandelson sie an Epstein weiter. Wie Dan Neidle festhält: «Epstein erhielt über Peter Mandelson direkte Geheimdienstinformationen über die Position der US-Regierung.» Es ging nicht nur um britische Regierungsgeheimnisse. Es ging um die amerikanische Finanzregulierung selbst. Um die genaue Form der Volcker-Regel, um den Wortlaut von Dodd-Frank. Übermittelt durch einen britischen Kabinettsminister an einen verurteilten Sexualstraftäter, dessen Wall-Street-Kunden bei jeder Formulierung Milliarden zu gewinnen oder zu verlieren hatten.
Finanzunterlagen belegen drei separate Zahlungen von jeweils 25’000 Dollar von Epstein an Konten mit Bezug zu Mandelson in den Jahren 2003 und 2004. Insgesamt 75’000 Dollar. Epstein überwies zudem Geld für die Ausbildung des Partners von Mandelson in Osteopathie, richtete eine monatliche Unterstützung ein und, als diese Zahlungen endeten, scherzte Mandelson gegenüber Epstein: «Hast du den Reinaldo-Abo endgültig gekündigt?! Ich muss ihn vielleicht auf die Straße schicken, um zu arbeiten.»
Ein interner JPMorgan-Bericht aus dem Jahr 2019, der im Verfahren in New York eingereicht wurde, hielt bereits fest: «Jeffrey Epstein scheint eine besonders enge Beziehung zu Prince Andrew und Lord Mandelson, einem hochrangigen Mitglied der britischen Regierung, zu unterhalten.» Die Bank wusste es. Die Regierung wusste es. Und die Architektur lief weiter.
Die Konsequenzen folgten mit historischer Geschwindigkeit. Mandelson wurde im September 2025 als britischer Botschafter in den USA entlassen. Am Sonntag trat er aus der Labour Party aus. Am Mittwoch legte er sein Mandat im House of Lords nieder, noch bevor die Regierung ein Gesetz verabschieden konnte, um ihn auszuschliessen. Die Metropolitan Police hat ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Amtsmissbrauch eröffnet. Premierminister Keir Starmer, dessen Aufstieg Morgan McSweeney orchestriert hatte, erklärte im Parlament: «Mandelson hat unser Land, unser Parlament und meine Partei verraten.» Am Donnerstag entschuldigte sich Starmer direkt bei Epsteins Opfern: «Es tut mir leid. Es tut mir leid, was Ihnen angetan wurde. Es tut mir leid, dass so viele Menschen mit Macht versagt haben. Und es tut mir leid, dass ich Mandelsons Lügen geglaubt und ihn ernannt habe.»
(Für den entscheidenden Kontext, weshalb es bei den Mandelson-Enthüllungen um Finanzarchitektur und nicht um eine persönliche Affäre geht, siehe die Analyse von Susan Kokinda: «The Banker’s Inside Man: Mandelson’s Secret 2008 Role».)
Betrachten wir nun, was das für die Architektur bedeutet, die dieser Artikel nachzeichnet.
Die Berichterstattung in den grossen Medien hat Mandelsons Sturz als weitere Episode aus der Welt der Jetset-Perversen dargestellt. Kompromittierende Fotos, schlechtes Urteilsvermögen, bedauerliche Bekanntschaften. Doch genau dieses Framing wirkt selbst als Form der Verschleierung. Mandelson war nicht einfach ein Freund Epsteins. Er leitete in Echtzeit sowohl britische als auch amerikanische Regierungspolitik an Epstein weiter. Steuerstrategien, Informationen über Rettungspakete, interne Vermerke an den Premierminister, Vorabinformationen über den Rücktritt eines Regierungschefs sowie die unverblümte Einschätzung des US-Finanzministers zur konkreten Ausgestaltung der Volcker-Regel. Und all dies geschah zeitgleich damit, dass Epstein die JPMorgan-Gates-Finanzarchitektur vermittelte, die ich in meiner früheren Untersuchung dokumentiert habe. Wie Susan Kokinda es auf den Punkt bringt: So funktionierte das System nach 2008 tatsächlich. «Ein Netzwerk aus Fixern, Bankern und politischen Operateuren, das sicherstellte, dass Regierungen mit Rettungspaketen den Finanzinstitutionen dienten und nicht den nationalen Interessen.»
Dasselbe Schaltpult, das die Wall Street mit der globalen Gesundheitsgovernance verband, war über Mandelson auch mit dem innersten Maschinenraum des britischen Staates verbunden. Epstein verband das Geld. Mandelson öffnete die Türen.
Und genau dieser Mann war der Mentor von Morgan McSweeney. Der Mann, dessen Schützling CCDH aufbaute. Die Operation, die das Konstrukt der «Disinformation Dozen» schuf, die Zensur-Listen an Twitter lieferte und während der Pandemie half, die amerikanische Informationspolitik neu zu formen.
Die politische Kultur, aus der CCDH hervorging, die Kultur der Hinterzimmerabsprachen, des dunklen Geldes, der abstreitbaren Stellvertreter und der moralisch aufgeladenen Waffenrhetorik, ist dieselbe politische Kultur, die das Epstein-Netzwerk möglich machte. Die Immunität war kein Zufall. Sie wurde vererbt. Von einem Mentor, der, wie wir heute wissen, buchstäblich Regierungsgeheimnisse an einen verurteilten Sexualstraftäter weiterleitete, während dieser gleichzeitig mit JPMorgan Offshore-Impfstofffonds entwarf.
Die Krise der Starmer-Regierung ist kein Randaspekt dieser Geschichte. Sie ist die Geschichte. Der Mann, der Mandelson zum Botschafter ernannte, ist derselbe Mann, dessen Aufstieg von McSweeney orchestriert wurde. Der Mann, der heute erklärt, er sei «entsetzt» über die Enthüllungen, ist derselbe Mann, dessen Stabschef die Zensurmaschine in Raum 216 aufgebaut hat. Und derselbe Stabschef, der in einer formellen Beschwerde bei der US-Wahlaufsicht FEC wegen mutmasslicher ausländischer Einflussnahme auf eine amerikanische Präsidentschaftswahl genannt wird. Das Gebäude ist dasselbe. Und es bekommt Risse.
Epstein war nicht das System, er war die Schnittstelle
Epsteins Macht war nie bloss sozial. Sie war funktional.
Er spezialisierte sich darauf, Verbindungen herzustellen, die nicht formalisiert werden konnten, zwischen Finanzwelt, Politik, Philanthropie und Governance. Er lieferte Diskretion, Abstreitbarkeit und Hebelwirkung. Er bewegte sich genau in jener Grauzone, in der Einfluss fliesst, ohne Protokolle, ohne Öffentlichkeitsgesuche und ohne demokratische Kontrolle.
Und wir wissen jetzt, aus den Akten selbst, wie das in der Praxis aussah.
Für die vollständige dokumentarische Analyse mit belegten E Mails, Textnachrichten und Finanzbriefings siehe: BREAKING: The Epstein Files Illuminate a 20 Year Architecture Behind Pandemics as a Business Model, With Bill Gates at the Center of the Network.
Sayer Ji, 2. Februar.
Im Februar 2011 schickte eine JPMorgan Führungskraft Jeffrey Epstein einen strukturierten Fragenkatalog aus dem «JPM Team, das einige Ideen für Gates zusammenstellt». Das war keine gesellschaftliche Kontaktaufnahme. Das war eine der grössten Banken der Welt, die einen wegen Sexualdelikten an Minderjährigen verurteilten Mann aufforderte, die Architektur eines Gates nahen philanthropischen Fonds zu definieren, eines Donor Advised Fund mit permanenter Laufzeit, Offshore Flexibilität und Mindestbeiträgen in dreistelliger Millionenhöhe.
Epsteins Antwort war bemerkenswert souverän. Er beschrieb JPMorgan nicht als Berater, sondern als «integralen Bestandteil. Nicht Berater, sondern Betreiber, Compliance». Jes Staley, Leiter des Private Banking der Bank, antwortete mit zwei Worten: «We need to talk».
Fünf Monate später schrieb Epstein erneut an Staley und an Boris Nikolic, Gates’ obersten Wissenschafts und Technologieberater, und beschrieb den Fonds in weiter entwickelter Form. Seine Wortwahl: „Ein silobasierter Vorschlag, der Bill mehr Geld für Impfstoffe einbringen wird“. Nicht mehr Forschung. Nicht Notfallkapazitäten. Geld. Für Impfstoffe. Die Sprache der Kapitalbildung, nicht der Wohltätigkeit.
Im August 2011 schrieb Mary Erdoes, CEO der zwei Billionen Dollar schweren Asset Management Sparte von JPMorgan, Epstein direkt mit operativen Fragen an. Er antwortete innerhalb von Minuten, prognostizierte «Milliarden Dollar» in den ersten zwei Jahren und «Zehner Milliarden bis Jahr 4». Der Fonds sollte einen «Offshore Arm, insbesondere für Impfstoffe» haben. Er sollte auf Dauer angelegt sein. Und er benannte den inneren Widerspruch mit entwaffnender Offenheit: «Die Spannung besteht darin, Geld mit einer gemeinnützigen Organisation zu verdienen. Daher müssen die gewinnbringenden Teile unabhängig sein.»
Hier entwirft ein wegen Sexualverbrechen an Minderjährigen verurteilter Mann explizit ein Finanzvehikel zur Gewinnerzielung unter dem rechtlichen Deckmantel der Wohltätigkeit und coacht gleichzeitig Wall Street Führungskräfte darin, mit den Frustrationen eines Milliardärs umzugehen. Wie Epstein im selben E Mail Strang schrieb:„Bill ist furchtbar frustriert … daher muss in der Präsentation erklärt werden, dass dadurch ‚zusätzliche Mittel für Impfstoffe‘ bereitgestellt werden können.“ Epstein machte keine Vorschläge. Er diktierte, was JPMorgan in seiner Präsentation an Gates zwingend zu sagen hatte.
Bis 2017 war diese Architektur ausgereift. Ein E Mail Austausch zwischen Epstein, Gates und Nikolic kehrt zum Donor Advised Fund Konzept zurück, wobei Nikolic es als „einen grossartigen Weg nach vorne für einige Schlüsselbereiche wie Energie, Pandemie usw.“ beschreibt. Pandemie, aufgeführt als dauerhafte Finanzierungskategorie gleichwertig mit Energie, drei Jahre vor COVID 19.
Und das vielleicht aufschlussreichste Dokument ist zugleich das informellste: ein iMessage Verlauf von Epsteins Telefon aus dem Januar 2017, in dem eine nicht identifizierte Person ihre Karriereoptionen skizziert. Diese lesen sich wie ein Verzeichnis der gesamten Pipeline von Pandemie Vorsorge zu Profit. Die Person nennt Pandemie Simulation als berufliche Qualifikation, «Pandemics, just did pandemic simulation, and threats to US health. That could be big platform», und zählt dann ihre Optionen auf: einen Posten im Verwaltungsrat von Boris Nikoliks Biomatics Capital, eine Rolle in Gates’ privatem Büro, den Einstieg in das Impfstoff Team von Merck für eine Gardasil Kampagne, die Mitarbeit bei Swiss Re an Pandemie Rückversicherungsprodukten einschliesslich eines «parametric trigger», also eines Finanzinstruments, das automatisch auszahlt, sobald eine Pandemie erklärt wird, sowie eine mögliche Position als Chief Science Advisor von Klaus Schwab beim World Economic Forum.
Jeder zentrale Knoten des Pandemie Vorsorge Industriekomplexes erschien auf einem einzigen Karrieremenü, Gates, Nikolic, Merck, Swiss Re, World Economic Forum, Rockefeller Foundation, Goldman Sachs. Vermittelt über Jeffrey Epsteins Textnachrichten. Epsteins Anweisung an die betreffende Person lautete: «Put together your resume … for my submission».
So sieht ein Schaltpult im Betrieb aus. Nicht Verschwörung, sondern Koordination. Die stille Weiterleitung von Personal, Kapital und institutionellem Zugang über einen einzigen Vermittler, der gerade deshalb existiert, weil formelle Kanäle diese Funktion nicht erfüllen können, ohne eine Aktenlage zu erzeugen.
Dasselbe Muster zeigte sich auch in der Pandemie Governance selbst. Im März 2015 korrespondierte die Gates Foundation mit dem International Peace Institute unter der Leitung von Terje Rød Larsen, einem dokumentierten Epstein Dinnergast, über einen Vorschlag für Pandemie Vorsorge Treffen. Die Stiftung lehnte eine Finanzierung ab, bestätigte jedoch, dass viele der beteiligten Gruppen «bereits mit Mitarbeitenden der Gates Foundation über Pandemie Vorsorge und Reaktion im Gespräch» seien. Drei Monate später leitete Epstein Rød Larsen einen Vox Artikel über Gates und die Vorbereitung auf Grippepandemien weiter, ohne Kommentar, nur den Link. Der institutionelle Kanal sagte nein. Der Epstein Kanal hielt die Verbindung offen. Genau das ist die Funktion eines Schaltpults, Beziehungen aufrechtzuerhalten, die formelle Institutionen nicht oder nicht mehr pflegen wollen.
Und dann, verborgen in derselben DOJ Aktenproduktion, erhielt diese Architektur einen Namen.












0 Comments