Es geht um mehr als die Vereinskasse
Wechsel bei Gigaherz
Die Zukunft des Vereins Gigaherz Schweiz steht am kommenden Samstag an einer ausserordentlichen Generalversammlung zur Diskussion. Nach über 35 Jahren prägender Arbeit durch den Gründer und Ehrenpräsidenten Hans Ulrich Jakob stellt sich die Frage, wie es mit dem Verein weitergehen soll und wer künftig Verantwortung für dessen Vermächtnis, seine Archive, seine finanziellen Mittel und seine Ausrichtung übernimmt.
In den vergangenen Monaten haben verschiedene Akteure und Organisationen ihr Interesse an der zukünftigen Führung von Gigaherz bekundet. Aus unserer Sicht bestehen jedoch erhebliche Zweifel, ob jene Kreise über die fachlichen, organisatorischen und personellen Voraussetzungen verfügen, um die Arbeit von Hans Ulrich Jakob in vergleichbarer Qualität und Unabhängigkeit weiterzuführen. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass sich die aktuelle Auseinandersetzung zunehmend um die Kontrolle über Vereinsstrukturen und finanzielle Mittel dreht.
Vor diesem Hintergrund hat Christian Oesch als Mitglied von Gigaherz seine Einschätzung den Verantwortlichen des Vereins schriftlich mitgeteilt. Darin legt er dar, weshalb er eine offene Diskussion über sämtliche Zukunftsoptionen für notwendig hält. Dazu gehört ausdrücklich auch die Möglichkeit einer geordneten Auflösung des Vereins mit gleichzeitiger Sicherung und Archivierung des jahrzehntelang aufgebauten Wissensbestandes von Hans Ulrich Jakob. Eine solche Lösung könnte verhindern, dass das Lebenswerk des Vereins in internen Machtkämpfen, organisatorischen Interessenkonflikten oder durch eine aus seiner Sicht problematische Einflussnahme externer Interessengruppen (kontrollierten Opposition) verloren geht.
Bis heute liegt auf Christians Schreiben keine Antwort vor. Umso wichtiger erscheint es uns, diese Diskussion nicht hinter verschlossenen Türen zu führen, sondern öffentlich zugänglich zu machen. Die Mitglieder von Gigaherz und die interessierte Öffentlichkeit sollen die Möglichkeit erhalten, sich ein eigenes Bild von den verschiedenen Zukunftsszenarien zu machen, bevor an der ausserordentlichen Generalversammlung weitreichende Entscheidungen getroffen werden.
Die ausserordentliche Generalversammlung findet am 27. Juni 2026 um 13:30 Uhr im Restaurant Lerchenhof in Mehlsecken bei Reiden LU statt.
Die offizielle Einladung des Vereins Gigaherz kann hier eingesehen werden.
Spannungen rund um die Zukunft von Gigaherz
Hintergrund: Die bevorstehende Generalversammlung von Gigaherz wird von einer teils kontrovers geführten Debatte begleitet. Diskutiert werden die künftige Ausrichtung des Vereins, mögliche Kooperationen und die Frage, wie das über Jahrzehnte aufgebaute Wissen und Archiv langfristig gesichert werden kann.
Von: Christian Oesch, Präsident Schweizerischer Verein WIR [[email protected]]
Gesendet: Montag, 22. Juni 2026 11:51
An: [email protected]; [email protected]; [email protected]; [email protected]
Cc: [email protected]
Betreff: Mein Kommentar zur aktuellen Situation des Vereins Gigaherz
Wichtigkeit: Hoch
Ref: Mein Kommentar zur aktuellen Situation des Vereins Gigaherz und hinterhältigen Diskreditierungsversuche
Lieber Hansueli, Joe, Vital und Erwin,
wenn ihr möchtet, könnt ihr das an der ausserordentlichen Versammlung vorlesen.
Die aktuellen Entwicklungen rund um den Verein Gigaherz Schweiz geben aus meiner Sicht Anlass zur Sorge. Nach über 35 Jahren engagierter Arbeit durch Hans Ulrich Jakob steht der Verein vor einer grundlegenden Richtungsentscheidung.
Hans Ulrich Jakob hat in dieser Zeit ein enormes Wissen, zahlreiche Dokumentationen, Recherchen und Erfahrungen im Bereich Mobilfunk und Elektrosmog aufgebaut. Dieses Lebenswerk sollte meiner Ansicht nach langfristig gesichert, archiviert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Die jahrzehntelange Arbeit von Hans Ulrich Jakob stellt einen bedeutenden Teil der Geschichte der Mobilfunkkritik in der Schweiz dar und verdient Respekt, Anerkennung und eine würdige Sicherung für kommende Generationen.
Gleichzeitig ist zu beobachten, dass verschiedene Personen und Organisationen, darunter auch «Schutz vor Strahlung» und «strahlungsfrei.ch», seit einiger Zeit versuchen, Einfluss auf die zukünftige Ausrichtung des Vereins zu nehmen. Dies führt zu Spannungen und unterschiedlichen Vorstellungen darüber, wie die Arbeit von Gigaherz weitergeführt werden soll oder kann.
Besonders kritisch sehe ich dabei, dass ausgerechnet jene Kreise, welche nun Interesse an der zukünftigen Ausrichtung des Vereins zeigen, nach meiner Wahrnehmung über Jahre hinweg wenig Interesse an einer Zusammenarbeit mit Daniel Laubscher, dem Verein WIR oder unseren Projekten gezeigt haben. Im Gegenteil: Ich habe persönlich wiederholt erlebt, dass unsere Arbeit kritisiert, angegriffen oder zumindest nicht unterstützt wurde. Auch einzelne Veranstaltungen und Projekte wurden nach meiner Wahrnehmung teilweise durch Konflikte, Distanzierung oder mangelnde Kooperation bis und mit direkten Sabotageversuchen extrem belastet. („Offene Debatte oder stille Einflussnahme“)
Seit über sieben Jahren verfolgen wir mit Daniel Laubscher Verfahren gegen Mobilfunkprojekte und behördliche Entscheidungen, welche nach meiner Einschätzung von keinem anderen Mobilfunkschutzverein in der Schweiz in vergleichbarer Intensität und Konsequenz geführt werden. Während andere Organisationen vor allem Informationsarbeit leisten, werden von Daniel Laubscher und seinem Umfeld zahlreiche Verfahren bis vor kantonale Instanzen und das Bundesgericht (aktuell über 35 Fälle vor Bundesgericht) getragen.
Besonders hervorheben möchte ich die Arbeit von Daniel Laubscher mit Plannetzwerk. Nach meiner Einschätzung verfügt Daniel Laubscher heute über eines der umfassendsten Fachwissen in der Schweiz, wenn es um Mobilfunkverfahren, Baurecht, Verwaltungsverfahren, rechtmässige Strategie und die juristische Anfechtung von Mobilfunkprojekten geht.
Die dabei gesammelte Erfahrung ist aussergewöhnlich. Über viele Jahre hinweg wurden umfangreiche Aktenbestände aufgebaut, technische und rechtliche Fragen aufgearbeitet sowie Verfahren durch sämtliche Instanzen begleitet. Nach meinem Kenntnisstand hat Daniel Laubscher weit über 100’000 Franken an Kostenvorschüssen aufgebracht, um die zahlreichen Verfahren überhaupt führen und bis zu den höchsten gerichtlichen Instanzen weiterziehen zu können. Ein solcher Einsatz erfordert nicht nur Fachwissen und Ausdauer, sondern auch erhebliche finanzielle Risiken.
Für mich steht fest, dass keine andere Personen in der Schweiz einen vergleichbaren Einsatz für die juristische Überprüfung des Mobilfunkausbaus geleistet haben. Die über Jahre aufgebaute Erfahrung, die detaillierte Aktenkenntnis und die Bereitschaft, schwierige Verfahren konsequent weiterzuführen, verdienen Anerkennung und Respekt.
Gleichzeitig stelle ich fest, dass Projekte, welche von Daniel Laubscher, dem Verein WIR oder unserem Umfeld initiiert werden, innerhalb gewisser Kreise der Mobilfunkkritik nur begrenzte Unterstützung erfahren, wenn überhaupt. Dies betrifft aus meiner Sicht unter anderem den Dokumentarfilm «Das Digitale Dilemma» sowie jüngst die Verfilmung der ATMHE 3 Studie unter dem Titel «Die Witwenstrasse». Obwohl solche Projekte dem gemeinsamen Anliegen dienen könnten, bleibt die Unterstützung nach meiner Wahrnehmung oft hinter den Erwartungen zurück.
Diese Erfahrungen haben bei mir den Eindruck hinterlassen, dass persönliche Differenzen, Konkurrenzdenken oder unterschiedliche strategische Vorstellungen eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Organisationen erschweren, oder gar nicht ermöglichen. Deshalb habe ich mich entschieden, meinen Weg gemeinsam mit dem Verein WIR und Daniel Laubscher weiterzugehen. Dort sehe ich die notwendige Unabhängigkeit, die fachliche Kompetenz und die Bereitschaft, auch schwierige juristische und politische Auseinandersetzungen tatsächlich zu führen, und das mit sehr vielen Erfolgen im In- und Ausland.
Persönlich bezweifle ich, dass der Verein Gigaherz ohne die langjährige Erfahrung und das Fachwissen von Hans Ulrich Jakob in der bisherigen Form erfolgreich weitergeführt werden kann. Deshalb sollte aus meiner Sicht offen diskutiert werden, ob eine geordnete Auflösung des Vereins und die Sicherung seiner Archive, Dokumente und Erkenntnisse möglicherweise der sinnvollere Weg wäre.
Die vorhandenen Unterlagen könnten in geeigneten Strukturen langfristig erhalten und öffentlich zugänglich gemacht werden, damit die jahrzehntelange Arbeit nicht verloren geht. Das gesammelte Wissen sollte allen Interessierten zur Verfügung stehen und nicht in internen Machtkämpfen oder organisatorischen Auseinandersetzungen verloren gehen.
Was die finanziellen Mittel betrifft, sollten diese gemäss Statuten und Vereinszweck dort eingesetzt werden, wo sie aus Sicht der Mitglieder den grössten Nutzen für den Schutz der Bevölkerung und für konkrete Aktivitäten entfalten können. Dazu gehören aus meiner Sicht insbesondere jene Organisationen und Personen, die nachweislich bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, Risiken einzugehen und konkrete Verfahren zu führen.
Vor diesem Hintergrund halte ich es für legitim, darüber nachzudenken, ob die vorhandenen Mittel von Gigaherz künftig dort eingesetzt werden sollten, wo sie den grössten praktischen Nutzen für laufende Verfahren und konkrete Aktivitäten entfalten können. Eine solche Diskussion sollte offen, transparent und im Interesse der ursprünglichen Zielsetzung des Vereins geführt werden.
Unabhängig von unterschiedlichen Meinungen sollte letztlich das gemeinsame Ziel im Vordergrund stehen: die sorgfältige Aufarbeitung der Fakten, die Wahrung demokratischer Mitwirkungsrechte und die Fortsetzung einer kritischen Auseinandersetzung mit dem voreingenommenen Mobilfunkausbau in der Schweiz.
Das Lebenswerk von Hans Ulrich Jakob sowie die Arbeit jener Menschen, die bereit sind, persönliche, zeitliche und finanzielle Risiken auf sich zu nehmen, verdienen Respekt, Unterstützung und eine faire Würdigung.
Mit freundlichen Grüssen
Christian Oesch













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