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RCP8.5 ist tot: Die Klimapanik verliert ihr Lieblingsgespenst

11.Mai. 2026 | 0 comments

RCP8.5 ist tot

Die Klimapanik verliert ihr Lieblingsgespenst

Das Katastrophenszenario verlässt die Bühne

Es gibt Momente, in denen ein ganzes politisches Erzählgebäude nicht mit einem Knall einstürzt, sondern mit einem trockenen Satz in einem wissenschaftlichen Fachpapier. Genau so ein Satz steht nun im neuen Szenarienrahmen für die nächste Generation der Klimamodelle. Das berüchtigte Hoch-Emissionsszenario SSP5-8.5, früher bekannt als RCP8.5, sei für das 21. Jahrhundert «implausibel» geworden. Quelle: Climate Change Dispatch & Roger Pielke Jr.

Damit ist nicht irgendeine Fussnote der Klimaforschung gemeint. Gemeint ist jenes Szenario, das über Jahre hinweg als dramatischer roter Teppich für Hitzeschlag-Schlagzeilen, Gletscher-Untergang, Dürresommer, Extremniederschläge und apokalyptische Zukunftsbilder bis ins Jahr 2100 diente. Es war das Szenario, mit dem man der Öffentlichkeit die volle Katastrophenorgel vorspielen konnte. Viel Kohle, viel Öl, viel Gas, kaum Klimaschutz, ständig steigende Emissionen, eine Welt auf fossilem Vollgas bis zum bitteren Ende.

Nun hat ausgerechnet die wissenschaftliche Maschinerie, aus der diese Szenarien stammen, ihr eigenes Lieblingsmonster vom Sockel geholt. Damit überhaupt klar wird, worüber hier gesprochen wird, braucht es eine kurze Übersetzung aus dem Sprech der Klimabürokratie. RCP8.5 war über Jahre hinweg das grosse Katastrophenszenario der Klimamodellierung. Die Zahl 8.5 steht für den zusätzlichen Strahlungsantrieb bis Ende Jahrhundert, gemessen in Watt pro Quadratmeter gegenüber der vorindustriellen Zeit. Hinter diesem Modell stand die Vorstellung einer Welt mit massiv steigender Kohlenutzung, stark wachsender Energienachfrage, hohem Bevölkerungswachstum und vergleichsweise wenig Klimapolitik.

Später wurde daraus im neueren Szenarienrahmen das sogenannte SSP5-8.5. Die Abkürzung SSP steht für «Shared Socioeconomic Pathways», also sozioökonomische Entwicklungspfade. SSP5 beschreibt dabei eine Welt mit starkem Wirtschaftswachstum, hohem Energieverbrauch und intensiver Nutzung fossiler Energieträger. Kombiniert mit dem Strahlungsantrieb 8.5 entstand daraus jenes Szenario, das jahrelang als roter Weltuntergangspfad durch Studien, Medienberichte und politische Strategiepapiere geisterte.

Noch extremer wirkte teilweise SSP3-7.0. Dieses Szenario ging unter anderem von einer Welt mit massiver geopolitischer Fragmentierung, schwacher internationaler Zusammenarbeit, enormem Bevölkerungswachstum und stark wachsendem Kohleverbrauch aus. Kritiker hielten diese Annahmen schon länger für zunehmend realitätsfern.

Genau diese drei Modelle bildeten über Jahre hinweg die dramaturgische Oberkante der Klimakommunikation. Sie lieferten die dramatischsten Temperaturanstiege, die düstersten Projektionen und die eindrucksvollsten Katastrophenkurven. Und genau diese Extrempfade wurden nun im neuen ScenarioMIP-Rahmen für CMIP7 faktisch zurückgestuft oder entfernt. Der neue ScenarioMIP-Rahmen im Rahmen von CMIP7, der für den kommenden siebten Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC relevant sein wird, enthält weder RCP8.5 noch SSP5-8.5 noch SSP3-7.0 in der bisherigen Extremform. Die ganz grosse Horrorshow wurde aus dem offiziellen Set entfernt.

Roger Pielke Jr. hat diesen Vorgang in seinem Beitrag «RCP8.5 is Officially Dead» treffend auf den Punkt gebracht. Die extreme Zukunft, die jahrzehntelang Forschung, Politik, Medien und Regulierung befeuerte, ist nicht mehr das, was sie einmal war. Und das ist keine Kleinigkeit.

Watson merkt es,

während SRF schweigt und die Schweizer betreten auf den Wetterbericht schauen

In der Schweiz hat inzwischen immerhin Watson das Thema aufgegriffen. Das ist bemerkenswert, denn sonst ist Watson bei Klimathemen nicht unbedingt dafür bekannt, den Alarmismus mit Samthandschuhen anzufassen.

Der Artikel bestätigt im Kern, worauf Pielke hinweist: Das bisherige Extrem-Szenario RCP8.5 beziehungsweise SSP5-8.5 gilt im neuen CMIP7- und ScenarioMIP-Rahmen als nicht mehr plausibel und fehlt deshalb in der neuen Generation der Klimaszenarien für den kommenden IPCC-Zyklus.

Das ist für die Schweizer Öffentlichkeit relevant, weil diese Öffentlichkeit über Jahre hinweg mit Projektionen konfrontiert wurde, die genau aus diesem Szenarienbaukasten stammten. Wenn es um mehr Hitzetage ging, um weniger Schnee, um trockene Sommer, um gefährdete Landwirtschaft, um sterbende Gletscher, um Starkregen oder um Temperaturanstiege von vier bis sechs Grad bis Ende Jahrhundert, schwang das Extrem-Szenario häufig im Hintergrund mit. Oft wurde es nicht als theoretischer Extrempfad erklärt, sondern wirkte in der medialen Darstellung wie eine plausible Zukunft mit wissenschaftlichem Gütesiegel.

Aber nicht die Existenz solcher Szenarien ist der Skandal. Szenarien dürfen extrem sein, wenn sie sauber als «Was-wäre-wenn»-Konstruktionen ausgewiesen werden.

Der Skandal liegt darin, dass aus einem theoretischen Extrempfad über Jahre hinweg politische Dringlichkeit, moralischer Druck und regulatorische Hektik abgeleitet wurden, ohne der Bevölkerung ehrlich zu sagen, wie hoch spekulativ und zunehmend realitätsfern die zugrunde liegenden Annahmen waren.

Eine grössere Aufarbeitung bei SRF ist bisher nicht erkennbar. Eine vertiefte Einordnung bei NZZ oder Tages-Anzeiger ebenfalls nicht. Das ist erstaunlich, denn dieselben Medien hatten in den vergangenen Jahren keine Scheu, mit Klimaprojektionen zu arbeiten, sobald diese geeignet waren, den nächsten Alarmtext zu bebildern. Wenn aber das dramatischste Szenario aus der offiziellen Zukunftskiste verschwindet, wird es plötzlich still im publizistischen Maschinenraum.

MeteoSchweiz fährt weiter auf dem fossilen Geisterzug

Noch heikler wird es beim Blick auf die offizielle Schweizer Kommunikation. MeteoSchweiz erklärt auf seiner Seite zu den Emissionsszenarien weiterhin, dass die Schweizer Klimaszenarien drei SSP-RCP-Kombinationen verwenden: SSP1-2.6, SSP2-4.5 und SSP5-8.5. Das erste wird als «2-Grad-Weg» beschrieben, das zweite als «Mittelweg», das dritte als «fossiler Weg».

Dieser «fossile Weg» wird bei MeteoSchweiz so beschrieben: Fossile Rohstoffe würden aktiv und verstärkt genutzt, der Energieverbrauch sei hoch, es würden nur sehr wenige Klimaschutzmassnahmen umgesetzt, und die Klimaänderung sei stark. In den Grafiken erscheint SSP5-8.5 als rote Linie, als Gegenbild zum angeblich vernünftigen Weg mit Netto-Null um 2050. Die Botschaft ist klar: Wer Netto-Null nicht will, landet auf dem roten Pfad.

Das ist kommunikativ bequem, aber wissenschaftlich inzwischen ein Problem. Denn wenn die internationale Panikmachegemeinschaft selbst festhält, dass die früheren Hoch-Emissionswerte von SSP5-8.5 implausibel geworden sind, dann kann die Schweizer Regierung nicht einfach so tun, als sei dieser rote Pfad weiterhin der normale Gegenentwurf zur offiziellen Klimapolitik.

Wer den Menschen ein Extremmodell als praktischen Warnhinweis vor die Nase hält, obwohl dieses Extremmodell gerade aus dem neuen offiziellen Szenarienrahmen herausgefallen ist, informiert nicht mehr sauber.

Noch deutlicher wird es bei der Formulierung der «3-Grad-Welt». MeteoSchweiz schreibt sinngemäss, dass eine 3-Grad-Welt auf dem fossilen Weg ohne Klimaschutz unter SSP5-8.5 um 2065 eintreffen würde. Solche Aussagen prägen die Wahrnehmung. Sie erzeugen Druck. Sie liefern die atmosphärische Begleitmusik für Verbote, Umbauprogramme, Energieverteuerung, Subventionen und die grosse Netto-Null-Erzählung.

Wenn aber der rote Pfad selbst nicht mehr als plausible Zukunft gilt, dann muss die Schweiz ihre Klimakommunikation korrigieren und zwar sofort und nicht nach einem weiteren Jahrzehnt «wir evaluieren laufend».

Szenarien sind keine Prophezeiungen

An dieser Stelle braucht es eine nüchterne Erinnerung, weil genau diese Nüchternheit in der Klimakommunikation viel zu oft untergeht. Emissionsszenarien sind keine Vorhersagen. Sie sind Annahmen und Entwicklungspfade, die beschreiben, wie sich Treibhausgas- und Schadstoffemissionen in Zukunft entwickeln könnten, abhängig von Wirtschaft, Energieversorgung, Technologie, Politik, Bevölkerung und Konsumverhalten.

Sie sind «Was-wäre-wenn»-Geschichten in Zahlenform. Sie basieren auf Energiesystem- und Wirtschaftsmodellen, Experteneinschätzungen sowie Beobachtungen aktueller Entwicklungen. Sie werden in Klimamodellsimulationen verwendet, um abzuschätzen, wie sich das globale Klima bei bestimmten angenommenen Entwicklungen verändern könnte.

Die Schweizer Klimaszenarien wiederum beschreiben mögliche Entwicklungen des Klimas in der Schweiz. Die Forscher verwenden dafür eine Vielzahl von Klimasimulationen, die auf Annahmen darüber beruhen, wie sich die Welt sozioökonomisch entwickeln könnte. Diese Annahmen beeinflussen, wie viel Energie verbraucht wird und wie viele Treibhausgase ausgestossen werden. Daraus entstehen Emissionsszenarien, die international festgelegt und dann in regionale Projektionen übersetzt werden.

Das klingt technisch, aber in der politischen Praxis wurde daraus jedoch oft ein moralischer Erpressungsapparat. Aus einem Szenario wird ein Schicksal. Aus einer Annahme wird ein Drohbild. Aus einem Modell wird ein Auftrag an den Schweizer, seine Heizung, sein Auto, seine Ernährung, seine Mobilität und am besten gleich seine Lebensfreude umzubauen.

Genau deshalb ist die Einordnung so wichtig. Wer Szenarien als Szenarien behandelt, informiert. Wer Szenarien als Prophezeiungen verkauft, manipuliert.

Das rote Modell und die grosse Kohle-Fantasie

RCP8.5 und SSP5-8.5 waren nie einfach neutrale Zukunftspfade. Sie beruhten auf Annahmen, die schon länger umstritten waren. Besonders relevant war die Vorstellung einer Welt, in der der Verbrauch fossiler Energien, insbesondere Kohle, massiv weiter steigt. Genau diese Annahme passte immer schlechter zu beobachtbaren Trends, zu technologischen Entwicklungen, zu Energiepreisen, zu Effizienzgewinnen und zu bereits bestehenden politischen Massnahmen.

Viele Forscher wiesen seit Jahren darauf hin, dass RCP8.5 nicht als «business as usual» behandelt werden dürfe. Genau das geschah aber in der Praxis immer wieder. In Studien, Medienberichten, politischen Papieren und regulatorischen Stresstests wurde der Extrempfad verwendet, als sei er die naheliegende Zukunft ohne politische Rettung durch Netto-Null. Damit wurde ein Denkrahmen geschaffen, in dem jede Abweichung vom offiziellen Klimakurs als Einladung zur Katastrophe erschien.

Watson erwähnt inzwischen immerhin, dass Experten schon länger darauf hingewiesen hätten, SSP5-8.5 sei unrealistisch. Diese späte Einsicht verdient ein kleines höfliches Nicken, mehr aber auch nicht. Denn dieselben Medien, dieselben Behörden und dieselben politischen Kreise hätten diese Plausibilitätsfrage schon viel früher offen diskutieren müssen.

Stattdessen wurde das Extremszenario über Jahre hinweg wie ein nützliches Schreckbild behandelt. Der rote Pfad war einfach zu praktisch. Er lieferte die dramatischen Kurven. Er lieferte die grossen Zahlen. Er lieferte die Bilder, bei denen man in der Redaktion den «Klimakrise»-Stempel besonders fest auf die Tastatur drücken konnte. Und er lieferte die perfekte Dauerbegründung für einen ganzen Klima-Industriekomplex aus NGOs, staatsnahen Aktivistenorganisationen, Beratungsfirmen, Förderprogrammen, Klimabürokratien und Subventionsnetzwerken, die vom permanenten Ausnahmezustand politisch, medial und finanziell profitierten.

Viele dieser Organisationen treten bis heute als unabhängige «Zivilgesellschaft» auf, obwohl sie ohne staatliche Gelder, internationale Fördertöpfe oder indirekte öffentliche Finanzierung kaum existieren würden. Der Begriff NGO klingt nach mutigem Graswurzel-Widerstand gegen die Mächtigen. In der Realität handelt es sich oft eher um GONGOs (Government-Organized Non-Governmental Organization), also regierungsnahe Organisationen, die politische Narrative verstärken, Kampagnen emotionalisieren und den Druck auf Bevölkerung und Politik künstlich hochhalten.

Die Schweiz muss ihre Klimakommunikation bereinigen

Aus dieser Entwicklung folgt eine sehr konkrete Forderung. Der Bundesrat, MeteoSchweiz, das NCCS, die ETH-nahen Klimadienstleister und alle weiteren staatlich finanzierten Stellen müssen ihre Klimaszenarien, Grafiken, Broschüren, Webseiten und politischen Grundlagenberichte dringend überprüfen und korrigieren.

SSP5-8.5 darf nicht länger als plausibler Gegenentwurf zum offiziellen Netto-Null-Pfad kommuniziert werden. Wenn es noch verwendet wird, dann nur mit einer klaren, sichtbaren und unmissverständlichen Kennzeichnung als überholter Extrempfad, der im neuen CMIP7-Rahmen nicht mehr in der bisherigen Form enthalten ist und dessen Hoch-Emissionsannahmen als implausibel gelten.

Das betrifft nicht nur Webseiten von MeteoSchweiz. Es betrifft Klimaberichte, Anpassungsstrategien, kantonale Planungsgrundlagen, Unterrichtsmaterialien, Mediengrafiken, parlamentarische Antworten, Risikoberichte, Finanzmarktstresstests und alle politischen Dokumente, in denen der rote Katastrophenpfad als Druckmittel gegen die Bevölkerung eingesetzt wurde.

Wir haben ein Recht darauf zu erfahren, wenn ein zentrales Szenario, das über Jahre hinweg politische Entscheidungen und mediale Erzählungen beeinflusst hat, wissenschaftlich neu eingeordnet wird. Wir haben auch ein Recht darauf zu erfahren, ob frühere Aussagen, Kostenrechnungen, Risikobewertungen und politische Forderungen auf einem Szenario beruhten, das heute nicht mehr als plausibel gilt.

Netto-Null auf Sand gebaut

Die Schweizer Netto-Null-Erzählung lebt wesentlich von der Gegenüberstellung zweier Welten. Hier die angeblich vernünftige Welt mit raschem Umbau, erneuerbaren Energien, Lenkungsabgaben, Verboten, neuen Standards, Sanierungszwang und immer mehr staatlicher Steuerung. Dort die fossile Katastrophenwelt, in der alles immer schlimmer wird, wenn der Bürger nicht endlich pariert.

Wenn aber das extreme Gegenbild bröckelt, bröckelt auch die politische Dramaturgie. Dann muss neu gefragt werden;

  • welche Massnahmen überhaupt verhältnismässig sind.
  • Welche Kosten sind gerechtfertigt.
  • Welche Eingriffe in Eigentum, Mobilität, Wirtschaft und Versorgungssicherheit sind tragbar.
  • Welche Modelle wurden verwendet.
  • Welche Annahmen wurden verschwiegen.
  • Welche Risiken wurden aufgeblasen.
  • Welche Alternativen wurden nie ernsthaft diskutiert.

Die Schweiz hat zwar kein einheitliches nationales Netto-Null-Zwangsgesetz nach dem Muster anderer Staaten, doch der Bundesrat hat den Weg zur Treibhausgasneutralität bis 2050 politisch beschlossen und treibt ihn über Strategien, Förderprogramme, Regulierung, Energiepolitik, Emissionshandel, Gebäudestandards und internationale Verpflichtungen voran. Damit entsteht auch ohne ein grosses Etikett ein dichtes Netz an Steuerung.

Genau dieses Netz muss jetzt hinterfragt werden. Wenn die Grundlage der schlimmsten Zukunftsbilder wackelt, darf man nicht einfach weiterregieren, als sei nichts geschehen. Wer jahrelang mit der roten Linie Politik gemacht hat, muss erklären, was von dieser roten Linie übrig bleibt.

Netto-Null darf nicht länger als alternativlose Erlösung verkauft werden. Es ist ein politisches Programm mit massiven wirtschaftlichen, sozialen und freiheitlichen Folgen. Und politische Programme müssen sich rechtfertigen, erst recht dann, wenn ein zentrales Angstszenario aus der wissenschaftlichen Kulisse fällt.

Liebe Medien, jetzt wäre Journalismus angesagt

Auch die Schweizer Medien stehen in der Pflicht. Sie müssten nun ihre eigene Klimaberichterstattung der letzten Jahre prüfen. Wie oft wurde RCP8.5 oder SSP5-8.5 direkt oder indirekt verwendet. Wie oft wurde aus dem Extrempfad eine scheinbar wahrscheinliche Zukunft gemacht. Wie oft wurden Zahlen zu Hitzetagen, Dürre, Gletscherschmelze, Extremniederschlägen oder Temperaturanstiegen bis 2100 präsentiert, ohne die Plausibilität des zugrunde liegenden Szenarios sauber zu erklären.

Das wäre Journalismus. Nicht der fünfte moralische Kommentar über Flugreisen, Fleischkonsum oder böse Heizungen. Nicht die nächste Sendung, in der besorgte Experten die immer gleiche Panikschleife drehen. Sondern eine ehrliche Bilanz der eigenen Rolle im Umgang mit Klimaszenarien.

SRF, NZZ, Tages-Anzeiger, Blick, Watson und die übrigen grossen Medienhäuser könnten jetzt zeigen, dass sie nicht nur Verstärker politisch nützlicher Warnungen sind. Sie könnten offenlegen, welche Szenarien sie verwendet haben, wie diese eingeordnet wurden und ob die Öffentlichkeit ausreichend darüber informiert wurde, dass RCP8.5 und SSP5-8.5 keine Prognosen waren.

Dass ausgerechnet Watson zuerst sichtbar über die Abschaffung des schlimmsten Szenarios berichtet, ist eine hübsche Pointe. Aber eine Pointe ersetzt keine Aufarbeitung.

COP33: Vielleicht einfach zuhause bleiben

Während die Schweiz weiterhin Milliardenprogramme, Umbaupläne und Netto-Null-Strategien mit Verweis auf angeblich alternativlose Klimapfade vorantreibt, gerät ausgerechnet die internationale Institution selbst ins Schlingern, die jahrzehntelang als höchste moralisch-wissenschaftliche Autorität präsentiert wurde.

Der siebte Sachstandsbericht des IPCC, der sogenannte AR7, sollte ursprünglich rechtzeitig zur COP33 fertig werden. Genau dort hätte er die zweite grosse globale Bestandsaufnahme der weltweiten Emissionspolitik begleiten sollen. Nun ist der Zeitplan offenbar zerbrochen.

Bei der 64. Sitzung des IPCC in Bangkok konnten sich die Delegierten erneut nicht auf einen verbindlichen Veröffentlichungsplan einigen. Laut Berichten war dies bereits das fünfte Treffen in Folge ohne entscheidenden Fortschritt. Eine Gruppe von Staaten, darunter Saudi-Arabien, Russland, China, Indien und Kenia, drängt auf Verzögerungen. Der Bericht könnte nun erst Ende 2029 erscheinen, also nach COP33.

Damit entsteht eine groteske Situation. Die globale Klimapolitik soll mit maximalem moralischem Druck weiter beschleunigt werden, während gleichzeitig die angeblich unverzichtbare wissenschaftliche Grundlage nicht einmal rechtzeitig fertig wird.

Besonders entlarvend ist dabei die Reaktion jener Funktionäre und Aktivisten, die seit Jahren behaupten, «die Wissenschaft» verlange sofortiges Handeln. Der slowakische Klimaforscher Jozef Pecho spricht bereits von einer «slow-motion erosion of the institution». Die Verzögerung bedrohe die Fähigkeit der Wissenschaft, politische Entscheidungen zu steuern.

Dass der IPCC nun ausgerechnet in dem Moment ins Straucheln gerät, in dem sein Lieblingsszenario SSP5-8.5 offiziell implodiert, wirkt fast symbolisch. Erst fällt das grosse Katastrophenmodell in sich zusammen, dann gerät die globale Klimamaschinerie organisatorisch ins Schleudern.

Vielleicht wäre jetzt tatsächlich der Moment gekommen, an dem man sich einige Dinge ehrlich fragt. Braucht es wirklich immer grössere COP-Konferenzen mit Tausenden Delegierten, Lobbyisten, NGO-Vertretern, Beratern, Aktivisten und PR-Apparaten, die um die Welt jetten, um anschliessend der Bevölkerung Verzicht und CO₂-Disziplin zu predigen.

Vielleicht könnte man sich die Reisekosten zur COP33 schlicht sparen. Vielleicht könnte man überhaupt damit aufhören, aus hochpolitisierten Modellwelten globale Umbauprogramme mit quasi religiösem Erlösungsanspruch abzuleiten.

Und vielleicht wäre es an der Zeit, allen Menschen offen zu sagen, dass viele politische Entscheidungen der letzten Jahre auf Szenarien, Projektionen und Modellannahmen beruhten, die inzwischen selbst innerhalb der offiziellen Klimaforschung zunehmend zerfallen.

WIR warten gebannt auf diese Botschaft!

 

 

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